Testbericht Grizzly 550, Quadwelt 4/08

Quadwelt 04/2008

Testbericht Grizzly 550, Quadwelt 4/08

Veröffentlicht am:

Würde man den neuen Bären in einer Boxer-Klasse ansiedeln, so wäre er ein Kandidat für das Mittelgewicht...

Würde man den neuen Bären in einer Boxer-Klasse ansiedeln, so wäre er ein Kandidat für das Mittelgewicht. Ausgerüstet ist er allerdings wie ein Preisboxer, nämlich mit allem, was den 700er so erfolgreich machte. So ist die Idee hinter dem Neuen keine schlechte: Ein mit allen denkbaren technischen Raffinessen voll ausgestattetes ATV mit einem gut dosierbaren Motor in der Mittelklasse. Weniger Kosten und dennoch das gesamte Spektrum abdecken. Das müsste den Kunden doch gefallen. So entstand ein Fahrzeug, welches den Freizeitfahrer voll befriedigen dürfte. Trailriding - also Geländetouren - von einfach bis schwer ist der Einsatzschwerpunkt des 550er Bären.

Was ist neu - was kennen wir?

Neu ist der Motor. Wir finden das Triebwerk im bekannten Chassis des 700er Grizzly. Zwar liegt er mit 558 ccm um acht Kubik höher als der Modellname angibt, aber damit 128 unter dem Toppmodell. Die Leistung des Neuen ist mit 37 PS angegeben. Ein neuartiger Zylinderkopf deckelt das Kraftwerk mit seinem 92er Schmiedekolben. Der Zylinder ist mit Keramik beschichtet und zur Gewichtsersparnis mit einem neuen, leichten Anlasser ausgerüstet. Eine Ausgleichswelle bringt Laufkultur, elektronische Einspitzung - EFI - übernimmt das Management des Gesamtprozesses.

Neu ist die elektronische Stabilitätskontrolle der Drehzahl. Will heißen, dass die Befehle vom Daumengas exakter umgesetzt werden. Ohne Probleme lässt sich der neue Treibling zum Leben erwecken, um rasch Betriebstemperatur anzunehmen. Hierzu hat Yamaha eigens eine Zündkerze entwickelt. Nach einigen Metern auf der ausgiebigen Teststrecke, vermissen wir zunächst etwas Dampf von unten aus dem Drehzahlkeller. Aber ab einer mittleren Drehzahl kommt ordentlich Schwung in die Sache. Konstant dreht der Motor hoch bis zur Spitze, ohne in ein Leistungsloch zu fallen. Beherrschbare Kraft für jegliche Situation steht dem Fahrer zur Verfügung. Die Tour abseits der Strassen im leichten bis schweren Gelände wird zum Genuss. Ein großer Kühler verschafft dem Aggregat die nötige Betriebstemperatur, auch wenn's hoch her geht. Wir erreichten auf der Geraden rund 100 km/h, gemessen mit dem bordeigenen, hochinformativen Display. Besonders gut arbeitet beim 550er Grizzly die Automatik und die Motorbremse. An einem extremen Steilstück konnten wir uns voll auf die Bremskraft des Systems verlassen. Nur wenig oder gar nicht musste mit den vier Scheibenbremsen unterstützt werden. Bekannt ist wie erwähnt das Chassis des 700er Grizzly.
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Das Fahrverhalten des Grizzly, gepaart mit den neuartigen Merkmalen schafft schnell Vertrauen. So vermittelt der Bär jede Menge Fahrspaß auf ausgedehnten Reisen, Touren oder Trails. Abgespeckt - ja, an den richtigen Stellen. Zugelegt - na klar, da wo es sein musste. Wäre er ein Boxer, so wäre der Bär optimal trainiert. Im Kampf um Käufer und Marktanteile wird er künftig in den Ring steigen.

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Im Internet:
www.quadwelt.de

 

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